02.09.2020

Tsering Dolma Gurung (54) lebt mit ihrem Mann Silnon in erster Linie von der eigenen Landwirtschaft. Drei Töchter besuchen die lokale Schule; die älteste Tochter dagegen wird als Arbeitskraft im Haushalt gebraucht. Wichtigster Besitz der Familie: Schafe, Yaks und Pferde – und jetzt ein Gewächshaus. Ein sinnvolles Projekt, fanden wir und haben 1 von 12 Gewächshäusern finanziert und ein ORION II EXTREME gespendet. 

Upper Dolpo – Wo der Himalaya nur die Einsamkeit kennt

Dolpo ist der grösste von 72 Bezirken in Nepal. „Einsamer“ geht es in Nepal nicht. Selbst im gesamten Himalaya gilt das Gebiet (etwas so gross wie das Saarland) als eine der abgelegensten Regionen überhaupt. Jährlich kommen weniger als 500 Ausländer. Bislang verbindet keine Strasse Upper Dolpo mit der Zivilisation. Die Anreise aus Kathmandu beträgt bis zu zehn Tagen. Traditionell orientieren sich die Dolpopas daher an das nähere Tibet. Es wird geschätzt, dass noch rund 5'000 bis 6'000 Dolpopas hier ihr Zuhause haben. Zwischen Mitte November und Anfang April ist Upper Dolpo aufgrund starker Schneefälle von der Aussenwelt abgeschnitten.

In Folge der extremen Lage fehlt es weitgehend an einer funktionieren Infrastruktur: Krankenhäuser, staatliche Schulen oder mobile Arztstationen sowie eine funktionierende Versorgung mit Lebensmitteln gibt es kaum. Aufgrund der kurzen Sommer und kalten Winter sowie der extremen Höhenlage (mehr als 50% der Fläche liegen über 4'000 Meter) und den immer gravierenderen Folgen des Klimawandels ist eine Bewirtschaftung der Felder schwierig. Es werden Gerste, Senf, Hirse und Kartoffeln angebaut. Gemüse wächst nur in Ausnahmefällen.

DOLPO PROJECT – Hilfe zum Überleben in harten Zeiten

2017 lief der Münchner Journalist Peter Hinze in 87 Tagen THE GREAT HIMALAYA TRAIL; ein Trail, der den Ultraläufer auf 1864 Kilometern von Ost-Nepal (Kanchenjunga) bis in den Westen des Landes (Darchula) führte. Während des Abenteuers durchquerte Hinze auch Upper Dolpo.

Aus sportlicher Begeisterung und nachhaltiger Verantwortung für die einzigartige Region sowie für ihre Bewohner gründete Peter Hinze 2019 DOLPO PROJECT, ein rein privates Hilfsprojekt mit dem Ziel, die Lebensbedingungen der Menschen in Upper Dolpo zu verbessern. Partner und Organisator beim DOLPO PROJECT ist Pemma Wangchen, ein vor Ort hoch geschätzter, junger Politiker sowie „Bürgermeister“ von Namdo und Umweltaktivist, auf dessen Expertise sich das Project stützt und der einen nahen Kontakt zu den Dolpopas ermöglicht (s. Video unten).

DOLPO PROJECT folgte dem Wunsch der Einwohner und finanzierte zuerst den Bau von zwölf Micro-Gewächshäusern für hilfsbedürftige Familien.

Pemma Wangchen: „Die Gewächshäuser haben für die Menschen einen doppelten Nutzen: Zum einen kann die Zeit zum Anpflanzen von Gemüse wesentlich verlängert bzw. überhaupt erst ermöglicht werden. Zum anderen dienen die Gewächshäuser im Winter als Aufenthaltsräume und Schulklassen, denn sie bieten wesentlich höhere Temperaturen als die Wohnhäuser aus Stein oder die Klöster.“ 

Am aufwendigsten ist der Material-Transport für die Gewächshäuser von Kathmandu (ca. 40% der Gesamtkosten), der bis zu sechs Wochen dauert. Die Gewächshäuser können nur in der kurzen Sommerzeit gebaut werden. Die Bauarbeiten führen zumeist Wanderarbeiter aus Lower Dolpo durch, da sich die Einheimischen mit ihren Herden auf den Sommerweiden aufhalten. In den Tälern bleiben häufig nur Frauen, Kinder und alte Menschen.

Pemma Wangchen, der Bürgermeister:

 

 

Fotocredit: DOLPO PROJECT / Peter Hinze

Geplant sind 10 weiter Gewächshäuser. Mehr Infos zum Upper Dolpo-Projekt und die Möglichkeit es zu unterstützen findest du hier:

http://www.facebook.com/dolpoproject