Keiner hat wohl mehr Erfahrungen mit der Ergo Hammock sammeln können als Lukas, vor allem auf seiner kürzlich erfolgten und erfolgreich abgeschlossenen 4286 km langen (!!!) Weitwander-Tour auf dem Pacific Crest Trail (PCT). Dieser führt durch die ganze USA von der Südgrenze Kanadas bis zur Nordgrenze Mexikos. Zudem hat Lukas den PCT auf besonders knackige Art und Weise, nämlich von Norden nach Süden, geschafft. Nachfolgend sein Bericht. Anzumerken ist, dass Lukas bei der Entwicklung der Ergo Hammock wesentlich beteiligt war, so hatte er selbst während 5 Jahren diverse Prototypen geschneidert und zumeist in der Schweiz eingesetzt. Auf dem PCT hatte er eine abgespeckte Version dabei, d.h. etwas kürzer,  leichterer Bodenstoff und ein kleiner geschnittenes Überdach.

Hier ein Auszug aus seinem Bericht (Übersetzung aus dem Englischen):

 

Ich habe jede Nacht, bis auf zwei Ausnahmen, in der Hängematte übernachtet. Ich hatte mir das Ziel gesetzt, jede Nacht in der Hängematte zu verbringen und bin eigentlich davon ausgegangen, dass ich wesentlich mehr Probleme haben würde, als es der Fall war. Ich komme zum Schluss, dass Hängematten-Camping gut geeignet ist für den PCT.

Folgendes wird zukünftigen Hängematten-Campern eine Idee geben, was zu erwarten ist und wie ich meine Hängematte benutzt habe. Ich habe eine inoffizielle, ultraleichte Version der Exped Ergo Hammock Combi verwendet. Der Unterschied zur aktuell im Handel erhältlichen sind die leichteren Stoffe sowie das kleiner geschnittene Tarp. Das Gewicht dieser Spezial-Ergo-Hammock-Combi ist 900 g inklusive Seile und Tarp. Ich hoffe, dass eine Ultraleicht-Version erhältlich sein wird und damit mehr PCT Wanderer in Zukunft den Komfort und die Vorteile des Hängematten-Campings erleben können.

Der grösste Vorteil der Exped Ergo Hammock Combi liegt in der unglaublichen Flexibilität an Stellen, wo sie aufgespannt werden kann. Hauptgrund ist, dass die Seile relativ schlaff bleiben (wenig horizontale Spannung) und über den Kopf gespannt werden. Somit können auch dünnere Bäume oder Äste (wie etwa Joshua Bäume oder hohe Manzanita Sträucher in Südkalifornien) verwendet werden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Hängematte an nur einem Baum zuhängen (zwischen zwei Ästen oder nur einem horizontalen, leicht nach oben führenden Ast). Ebenso kann der Abstand zwischen den Aufhängepunkten sehr variabel sein. Ich kann, ehrlich gesagt, an einer Hand abzählen, wo es schwierig war eine geeignete Stelle zu finden, meisten habe ich da übernachtet wo ich müde war oder wo meine Kumpels eine flache Stelle für ihr Zelt gefunden haben.

Die Ergo Hammock, die zur Zeit erhältlich ist, mag ein wenig schwer sein für PCT Thru-Hikers, aber es lässt sich Gewicht sparen, indem auf eine Matte und Bodendecke verzichtet wird. Ich habe die Schaumversteifung meines Rucksacks zusammen mit meiner Daunenjacke als Isolation im Mattenfach der Hammock verwendet und dies hat sehr gut funktioniert (hatte sogar einigermassen warm bei Minus-Temperaturen in meinem -5°C Daunenschlafsack). Ausserdem ist es morgens angenehmer, wenn man in die vorgeheizte Daunenjacke schlüpfen kann. Ich habe oft den Rest meiner Ausrüstung und die Lebensmittel im wasserdichten Packsack des Rucksacks an eine der Hängematten-Seilenden gebunden (Schutz vor Viechern und ich nehme an ich wäre erwacht, wenn ein Bär sich an mein Proviant ran gemacht hätte – denke ich zumindest).

Ich habe einen extrem guten Schlafkomfort auf der gesamten Länge des PCT erlebt und doch bot sich eine unglaubliche Freiheiten an, was die Auswahl an Übernachtungsplätzen betrifft. Das Einrichten war genauso schnell oder sogar schneller als das meiner Kumpels, welche Zelte aufgebaut haben. Nur wenn es darum ging, das Tarp ebenfalls abzuspannen habe ich länger gebraucht da ich keine Heringe dabei hatte. Da musste ich Holzstücke in den Boden hämmern, wenn keine Befestigungsmöglichkeiten vorhanden waren (Wurzeln, andere Bäume oder Äste). Aber das Tarp habe ich nur 5 bis 6 mal in den gesamten 4.5 Monaten gebraucht!