Das weisse Band – 1350 km mit dem Hundeschlitten durch das schwedische Fjäll. Am 12. April erreicht Menno Huber Treriksröset, den nördlichsten Punkt Schwedens und gleichzeitig das Dreiländereck von Norwegen, Schweden und Finnland. Damit hat er das „Weisse Band“ erreicht. Mit dem weissen Band werden alle ausgezeichnet, die mit natürlichen Mitteln das gesamte schwedische Fjäll durchwandern oder -fahren.

Von Menno Huber

Von Grövelsjö bis ans Ziel legte der Schweizer Menno Huber in 32 Tagen rund 1350 km zurück. Während der Tour erlebte er alles, was der Norden im Frühling zu bieten hat. Perfekte harte Trails und Temperaturen unter -10° C. Ideal um mit Schlittenhunden bis zu 70 km pro Tag zurückzulegen. Den Kontrast dazu bildete die zweite Woche. Es schneite täglich und alle Spuren verschwanden laufend. Jeder Kilometer war für die Huskies und den Musher (Hundeschlittenfahrer) eine Herausforderung.

Zeitweise musste Menno vor den Hunden gehen und die Spur vorbereiten, um überhaupt weiterzukommen. Mit Wind muss in dieser Region immer gerechnet werden. Während des Monats zogen zwei starke Stürme vorbei.

Auf dem Weg nach Norden gab es ganz unterschiedliche Landschaften zu entdecken. Höhepunkte waren das von eiszeitlichen Gletschern geprägte Gebiet um den Rogensee. Beindruckend waren die unendlichen Wälder. Tannenwälder in den tieferen Lagen und Birkenwälder etwas höher gelegen wie im Pieljekaise Nationalpark. Der nördliche Teil des Kungsleden zeichnet sich aus durch seinen hochalpinen Charakter aus. Diese Region bei schönem Wetter zu befahren war ein besonderes Erlebnis. Eine neue Entdeckung war für Menno Huber die Tundra auf den letzten Etappen nördlich von Kiruna. 

Basis für die erfolgreiche Tour waren die 8 gut trainierten Huskies (Addi, Diesel, Heckler, Kosh, Lurvas, Mig, Riggu und Volek). Sie liefen im Durchschnitt jeden Tag einen Marathon und zogen dabei einen schweren Schlitten.

Für Menno Huber stand ihr Wohl immer im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Nur mit gesunden und zufriedenen Hunden lässt sich eine solche Strecke bewältigen. Wichtig war ein guter Rhythmus zwischen Arbeit und Ruhe. Die Hunde erhielten während der Tour fünf Pausentage. Genauso passte Menno Huber die tägliche Etappenlänge an die Verhältnisse und die Hunde an.

Alleine mit acht Hunden unterwegs zu sein, hat seinen Reiz darin, dass unterwegs viel mehr Kontakte zu anderen Menschen entstehen. Berührend war Björn Sandell. Er zeigte Menno Huber sein Labyrinth an Spuren durch den Wasserfall in Kvikkjokk. Die Spur eines Fischotters zu sehen war aussergewöhnlich. Die Gespräche mit Hüttenwarten und Wildhütern gaben spannende Einblicke in die Natur und das Leben im Fjäll.

Alleine zu reisen ist immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Um die Sicherheit zu erhöhen, spielte Menno Huber im Voraus möglichst viele Szenarien durch. Auf der Basis dieser Überlegungen wurden Massnahmen und Verhaltensweisen festgelegt, um einen Notfall zu verhindern. Ein GPS-basierter Notfallsender lief während der Tour ständig. Damit kann man im schlimmsten Fall die Rettung alarmieren und können andere Leute online die Tour mitverfolgen. Dabei war aber klar, dass man zwei Tage selbständig überleben können muss, falls die Rettung nicht sofort möglich ist.

Die Szenarien zeigten auch, dass gute Ausrüstung für eine erfolgreiche und sichere Tour notwendig ist. Menno Huber konnte sich auf Material von EXPED verlassen. Zum Einsatz kamen:

> Zelt Orion Extrem II

> DownMat XP 9 M

> Airpillow M mit Pillow Case

> Hypersleep

> Tempest Duffle 70

> Schneesäge

> Accessory Straps 120 cm

> Mountain Pro 20

> Zip Seal 4

> Zip Seal 10 für Landkarten

> Vista Organiser A5 als Büro, Kartenaufbewahrung, Hundeapotheke, ...

> Waterproof Compression Bag L für Schlafsack

> Fold Drybag UL Set

> VBL Socks L

 Menno Huber hat 25 Jahr Erfahrung mit Schlittenhunden. Er arbeitet selbständig als Organisationsberater. Im Frühling führt er jedes Jahr ein paar Hundeschlittentour im Norden Schwedens. www.mondhund.ch