Wer den hiesigen Winter nicht mag, verbringt ihn vielleicht lieber auf der südlichen Halbkugel. So wie Torsten, Sibylle und Tocher Lisa. Sie reisten während drei Monaten über die Nordinsel Neuseelands mit dem Exped Ursa VI, dem Komfortzelt mit Stehhöhe. Zurück brachten sie ihre Bilder und einen ausführlichen Erfahrungsbericht. Und so beginnt dieser: "… wow, it´s a great nice tent … so oder so ähnlich klangen die Stimmen einiger neuseeländischer Camper, wo immer wir mit unserem Zelt Station machten."

Aufbau: Zwei Fahrstunden von Auckland entfernt, hatten wir unseren ersten Campingplatz in Sandspit. Eine malerische Bucht mit unzähligen Fischerbooten und einer großen Marina, aber auch mit jeder Menge Wind. Bei einem Zelt in der Größe des URSA´s ein wichtiger Faktor beim Aufbauen. Das in der Anleitung vorgeschlagene Prozedere - zum Aufbau des Zeltes bei Wind - wollten wir ausprobieren, doch im Nu war ein hilfsbereiter Neuseeländer mit einem Gummihammer zur Stelle, der die Ecken festhielt, während ich die Heringe im Boden versenkte. Ein Heringshammer - so etwas fehlte in unserer Reiseausstattung - bei 20 Heringen und relativ festen, dafür gut haltbaren Böden, eine sinnvolle Investition.

Die Campingfreunde auf dem Zeltplatz staunten über das „SWISS Engineering“ und die clevere, schnelle Lösung zum Abspannen der Zeltleinen. Zu zweit war der Aufbau trotz heftigen Wind in 20 Minuten erledigt. Der Windmesser am Zeltplatz zeigte ungefähr Windstärke 4 - 5 an. Nachdem das URSA komplett „angeleint“ war, stand es super. Die Windgeräusche innen sind absolut erträglich, da der Wind dank der aerodynamischen Form bei ordentlich gespannten und verschnürten Außenzelt kaum Angriffspunkte hat. Durch die große Planenfläche heizt sich das Zelt nach Sonnenaufgang relativ schnell auf. Sobald man aber die Reißverschlüsse des Außenzeltes hinten und vorne vollständig öffnet und an den Seiten einhängt, wird es ganz schnell wieder angenehm im Zeltinneren. Die leichte Meeresbrise kann dann gut durchziehen. Es entsteht keine Zugluft, da das Innenzelt vom Boden herauf mit einem windstabilen Material genäht ist und erst in der Höhe von ca. 90 cm das luftdurchlässige Meshgewebe beginnt. Sowohl die gute Luftzirkulation wie auch die Vermeidung von Zugluft war für uns besonders wichtig, da wir mit unserer damals 8 Monate alten Tochter Lisa unterwegs waren.

Unser nächster Camping war ein Naturcampingplatz am traumhaften Otamure Bay. Hier hatten wir einen Platz zugeteilt bekommen, der sehr sonnig war. Von früh um 8 Uhr bis abends stand das Zelt voll in der Sonne. Bei so starker Sonneneinstrahlung müssen am Morgen alle Zeltleinen ganz locker gestellt werden, da die riesige Planenfläche eine gewaltige Spannung über den Tag hinweg aufbaut. Hier ist die kluge Leinentechnik von Exped Gold wert. Einmal ums Zelt laufen und die Seilspanner durch ankippen lockern. Sobald die kühle und am Meer besonders feuchte Abendluft aufkommt, ist wieder ein Nachspannen notwendig. Der grüne Zeltstoff hat während der gesamten Reise und starker neuseeländischer UV-Belastung nur eine leichte Farbveränderung erfahren.

Das gelbe Innenzelt mit seinen roten Stangenkanälen und Schlaufen ist bei jedem Wetter einfach gut anzusehen. Auch wenn es draußen mal bewölkt ist oder regnet, im Zelt scheint immer die Sonne ;). Auch bei Dunkelheit kommt das Ursa mit seiner „Nachtausstattung“ voll zur Geltung. Die Abspannleinen sind mit einem fluoreszierenden Faden durchzogen und leuchten dadurch. Alle Reißverschlüsse haben am Zipper ebenso einen fluoreszierenden Clip angebracht. So findet man sich auch in der absoluten Finsternis gut zurecht. Aber auch tagsüber ist es wichtig, dass auf dem Campingplatz niemand über die dünnen Zeltleinen stolpert. Hier dienen zur Markierung die gelben Netztaschen an den Leinen, die sonst zur Aufbewahrung der Leinen beim Zusammenlegen dienen.

Gepäckorganisation im Zelt Eine besondere Herausforderung ist die Gepäckorganisation mit Baby. Insgesamt hatten wir auf unserer Reise 65 kg Gepäck + Buggy + Autobabyschale dabei. Das Exped Ursa VI schlägt sich auch in dieser Rubrik hervorragend. Die Einschubtaschen im Vorzelt sowie die roten Laschen an den Zeltinnenwänden sind gut durchdacht. Die roten Laschen können hervorragend für eine kleine Wäscheleine im Vorzelt genutzt werden. An den Laschen am Zelthimmel ist Platz für die Beleuchtung. Die Netzeinschubfächer befinden sich im Vorzelt am Eingang zum Hauptzelt sowie am hinteren Ausgang des Hauptzeltes. 

Das Vorzelt diente uns als Gepäcklager, Umkleidekabine und Wickeltisch. Jeder von uns hatte eine 60 Liter Tasche. Diese drei großen Taschen lassen sich prima im Vorzelt links und rechts des Eingangs aufbewahren. Den restlichen Platz nahm die Wickelunterlage für Lisa sowie das Wickelzubehör ein. Im Hinterausgang ist genügend Platz, um den Buggy v. a. über Nacht dort zu parken.

Dem Zyklon standgehalten: Am 6. April 2017 traf uns in Ausläufern der über Australien tobende Zyklon „Debbie“. 3 Tage sintflutartiger Dauerregen brach plötzlich herein und ergoss sich über unserem Zelt. Das URSA hielt stand und während der gesamte Zeltplatz einer kleinen Seenlandschaft glich, standen wir wie auf einer kleinen Insel. An der hinteren Zeltstange kam es am Kreuzpunkt mit der Firststange zu leichter Tröpfchenbildung. Auch der Zeltboden, vor allem der Boden des Vorzeltes mit seinem Reißverschluss hielt erstaunlich gut die extreme Bodenfeuchtigkeit ab.

Nach 3 Monaten puren Zeltabenteuer mit Baby möchten wir das Exped URSA nicht gegen ein Wohnmobil eintauschen. Viele „wohnmobilfahrende Eltern“ schauten manchmal recht neidisch auf unser schönes Zelt. Keine Ecken, keine Kanten, keine hohe Stufe, immer gut belüftet, die Mücken schauten wir uns entspannt von drinnen an ... Alles Dinge die auf Reisen mit einem Baby wichtig sind. Vielen Dank für Bilder & Text von Thorsten Einsiedel

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